| Gemeinde Zuglio
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641 Einw.
Fl. 8,31 qkm - 429 m ü.d.M.
Orstchaften: Fielis, Formeaso, Sezza
Gemeindeamt: V. Giulio Cesare, 1 - 33020 Zuglio
Telephon: 0433.92045 Fax: 0433.929091
www.comune.zuglio.ud.it
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Zuglio ist das antike Iulium
Carnicum, eine römische Stadt,
die ein paar Dutzend Jahre v. Chr.
zum Schutz der wichtigen Via Iulia
Augusta ins Noricum gegründet
wurde. Heute ist Zuglio nur noch ein kleiner
Ort (früher war es Bischofssitz), bewahrt aber
Spuren seiner alten Pracht in den Überresten
des Forums, einer bedeutenden Anlage mit
vitruvianischen Proportionen (38,5x75 m),
mit umlaufenden schlanken Säulen, 10 auf
der Breitseite und 24 auf der Längsseite. Im
Norden stand ein Tempel, gegenüber eine
zweischiffige Basilika. Ans Tageslicht wurden
auch die Überreste eines Tempels und einiger
Häuser gebracht, was darauf hinweist, dass
Iulium Carnicum damals eine richtige Stadt
und ein reicher und lebendiger Marktplatz
war. Unklar bleibt allerdings die Form des
Stadtkerns, wo die Stadtgrenze lag
(wahrscheinlich gab es eine Stadtmauer) und
wie das Straßennetz und die Verteilung der
vielen Gebäude aussah. Viele der Funde
(darunter ein wunderschönes Bronzeportrait)
wurden früher ins Museum von Cividale
gebracht, andere im Städtischen
Archäologischen Museum ausgestellt, das
seit kurzem im Palais Tommasi Leschiutta
aus dem 17. Jhdt. eingerichtet wurde. Von oben
werden der Ort und das Tal von der gotischen
Kirche S. Pietro di Carnia beherrscht, zu
der eine gute Straße (aber das letzte Stück
muss zu Fuß gegangen werden) inmitten der
grünen, üppigen Vegetation hinaufführt, wobei
es immer wieder wunderbare
Ausblicke auf die umliegende
Alpenlandschaft gibt.
Die Kirche ist seit dem
12. Jhdt. in Urkunden
belegt (eine
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Urkunde aus dem Jahr 808 bestätigt
sogar schon das Vorhandensein einer Kirche),
wurde zum Großteil 1312 erbaut und in den
ersten dreißig Jahren des 16. Jhdt. neu gebaut.
Im Innenraum können mehrere Kunstwerke
bewundert werden: der große Schnitzaltar mit
reichem gotischem Dekor, der 1481-1484 von
Domenico da Tolmezzo geschnitzt, bemalt und
vergoldet wurde, 18 Holzfiguren, die in 18
Nischen in drei Reihen übereinander stehen:
unten vier Kirchenvaterbüsten, in der Mitte die
mächtige Petrusfigur in Papstgewändern,
umgeben von 6 Aposteln, oben die Madonna
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mit Kind in der Mitte und Apostel an ihren
Seiten. Leider haben vor rund 20 Jahren Diebe
die 14 größten Figuren gestohlen, die vor
kurzem durch getreue Nachahmungen von
Michele Moro di Sutrio ersetzt wurden. In
der Kirche sind auch die Fresken von Giulio
Urbanis aus dem Jahr 1582 zu nennen: Sie
stellen Evangelisten, Propheten, Kirchenväter
und Szenen aus den Evangelien dar. Jedes
Jahr wird am Himmelfahrtstag in der Kirche
S. Pietro der "Kuss der Kreuze" gefeiert, eine
einzigartige religiöse Zeremonie, die sich seit
Jahrhunderten wiederholt: Aus vielen
karnischen Kirchen kommen die mit Bändern
geschmückten Kreuze und ehren das
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Kreuz
der Mutterkirche, indem sie sich vor ihm
verneigen und mit einem symbolischen Kuss
berühren. Es ist ein farbenfrohes und
fröhliches Fest mit den vielen weißen, roten
und türkisfarbenen Bändern, die im frischen
Frühlingswind wehen. In der darunter
liegenden Kirche S. Maria in
Monte aus dem 15. Jhdt., aber
1715 umgebaut, weitere Fresken
von Giulio Urbanis (1582) und
ein großes Holztriptychon aus der
Schule von Giovanni Martini
(um 1537). In den Kirchen von
Formeaso, Fielis und Sezza schöne
Bilder von Nicola Grassi, der 1682
hier in Formeaso geboren wurde.
Wichtig vor allem wegen der guten
Anordnung, der Farbfülle, der
beachtlichen Technik und der
gewinnenden Inszenierung die
Bilder von Sezza, die Jakob und
die Stäbe und Rebekka am Brunnen
(um 1733) darstellen, Themen, die
der karnische Maler liebte und
mehrmals wiederholte.
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Wer wissen möchte, wie Karnien früher war,
welche Gewohnheiten die Einwohner hatten,
wie sie die Schwierigkeiten des Lebens in einer
oft feindseligen Umwelt bewältigten, wie
ihre Religiosität aussah, wie sich also ihr
Alltag gestaltete, der muss das Museum
in Tolmezzo besuchen, wo
in vielen Jahren
leidenschaftlicher und
intelligenter
Nachforschungen der ...mehr
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