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Villa Manin - Passariano
Villa Manin in Passariano, die prunkvolle Residenz des letzten Dogen von Venedig, ist vor allem deshalb berühmt, weil in ihren Räumen 1797 der als Frieden von Campoformido bekannte Vertrag zwischen Napoleon und Österreich unterzeichnet wurde, der nicht nur einen langen, blutigen Krieg beendete, sondern auch das Ende der glanzvollen Republik Venedig besiegelte und eine Veränderung der Grenzen und Geschicke der Völker in einem großen Teil Europas herbeiführte. Ein erster Baukomplex geht auf das 16. Jh. zurück, als Antonio Manin in den Besitz der Vogtei von Sedegliano gelangte und in Passariano auf einem früheren Gebäude (das der linken Barchessa einverleibt wurde) ein Herrenhaus errichten ließ. Durch seinen Enkel Ludovico erfuhr es im nächsten Jahrhundert eine grundlegende Umgestaltung, bei der die Regeln Palladios beherzigt wurden, dem es gelang, seine klassizistischen Architekturen für den Menschen zugänglich und lebenswert zu machen und eine lichtvolle Harmonie zur Natur herzustellen. Vermutlich ließ sich Manin von Baldassarre Longhena oder Giuseppe Sardi beraten, dem Onkel des Architekten Domenico Rossi, von dem die Anlage Anfang des 18. Jh. ihre endgültige, geniale Form und eine ganz neue, lebhafte Gliederung erhalten sollte. Er hatte auch die Idee, den Herrschaftstrakt und die Barchessen durch effektvolle Kulissen mit Portalen und Nischen zu überhöhen. Beherrschendes Element der grandiosen Anlage ist das
Villa Manin - Passariano dreigeschossige Herrenhaus mit aufgesetztem, zentralem Tympanon, dessen Fassade durch Halbsäulen zur Stütze der schönen Galerie, vorspringende Hauptgesimse und steinerne Profile luftig aufgelockert wird. Ein breiter Treppenaufgang führt aus dem Haupthof zum dreigeschossigen Salon. Der Haupthof wird vorne durch eine niedrige Mauer abgeschlossen, in die ein elegantes Tor aus Schmiedeeisen und Bronze eingesetzt ist. Die rückwärtige Front der Villa blickt auf einen weitläufigen Park im französischen Stil, mit ausgedehnten Rasenflächen und mächtigen
Bäumen, der durch zahlreiche Statuen und Brunnen belebt wird, die nach der damaligen Mode in einer imaginären, ländlichen Idylle nicht fehlen durften. Außen an der östlichen Barchessa entstand eine Kapelle mit achteckigem Grundriss, die in der ersten Hälfte des 18. Jh., vermutlich ebenfalls von Domenico Rossi, errichtet wurde: sie ist ein Beispiel dafür, wie durch perfekte Integration von Architektur, plastischer Kunst und Malerei ein harmonisches Ganzes entstehen kann. Villa Manin ist nicht nur architektonisch bedeutsam, sondern auch wegen ihrer zahlreichen Kunstschätze. In einem westlichen Saal wurde 1708 vom Pariser Maler Ludovico Dorigny die Decke mit Fresken geschmückt; im zentralen Rundbild, Triumph des Frühlings, in den vier kleineren Ovalbildern, die es umgeben, Allegorien der Liebe, des Ruhmes, des Reichtums, des Überflusses. An den Wänden, einfarbig auf goldenem Grund, Szenen mit Apollo und Mars, Venus und Bacchus, Urteil des Paris, Pan und Syrinx zwischen allegorischen Figuren. In der Kapelle Manin, Gemälde von Francesco Fontebasso (Szenen aus dem Leben Adams und Evas) und Marmorverzierung von Giuseppe Torretti, dem größten venezianischen Bildhauer des Settecento, von dem der rechte (Wunder des hl. Antonius) und der linke Altar (Tod des hl. Josef) stammen und eine
harmonische Synthese von Linie und Volumen verwirklichen. Der Hochaltar, mit einer Madonna mit Kind und den Hll. Ludwig und Andreas, vielleicht aus der Werkstatt der Bildhauer Marinali, verrät sichere Beherrschung der Materie und klare, klassizistische Formen; von Torretti der effektvolle Tempelvorhang. In der prächtigen Sakristei ebenfalls von diesem Künstler ein Kruzifix, eine Madonna mit Kind und zwei Tafelbilder - eine Unbefleckte Empfängnis und eine Schmerzensreiche Muttergottes. Villa Manin ist heute ein erlesener Rahmen für große Kunstveranstaltungen; sie enthält unter anderem eine Sammlung historischer Kutschen, ein wertvolles Waffenmuseum, besondere Möbelstücke (Napoleon-Zimmer) und Gemälde: alle Ausstellungsobjekte gehören zum Besitz der städtischen Museen von Udine. Villa Manin Im Eingang
Udine Ob der Ortsname Udine, wie einige Historiker behaupten, tatsächlich aus vorrömischer Zeit stammt und sich von einem Ausdruck für "weibliche Brust", daher im übertragenen Sinn "Hügel" ableitet, ist nicht belegt. Sicher aber ist, dass von diesem Hügel ganz Friaul zu sehen ist, von den Karnischen und Julischen Alpen über die sanften...mehr
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